Biikebrennen auf Sylt

Biike — Foto von Manuel Martensen, Muasem

Wissen Sie eigentlich, was beim Biikebrennen auf Sie zukommt? Erst rufen Einheimische unverständliche Worte wie „Tjen di Biiki ön“ und dann setzen Sie einen riesigen Holzstoß in Flammen und singen in einer Sprache, die nur sie verstehen … üp Sölring.

Und dann wird es warm. Wenn das Gesicht glüht aber der Rücken friert, dann hat man es bisher versäumt, sich mal umzudrehen und den Hintermann kennenzulernen. Wenn dann auch die hintere Körperseite warm ist, hat man meist’ neue Bekannte. Der Köm schmeckt und macht glühende Wangen.

Jedes Jahr, nachdem lange Fackelzüge an dämmrigen Dünen und nebligen Wiesen vobeigezogen sind, gehen inselweit neun sorgsam aufgetürmte Holzstöße in Flammen auf. Und die Feuerwehr steht daneben, aber von Löschen keine Spur!

…ön miaren es Piđersdai! — Foto von Manuel Martensen

Was geht da vor sich in dieser dunklen Sylter Nacht am 21. Februar, bei diesem seltsamen Brauch, von dem keiner heute mehr sicher weiß, was sein Ursprung ist? — „Den Winter verabschieden“ ist Ende Februar doch wohl nicht realistisch, aber ist „böse Geister abschrecken“ realistischer? Vielleicht ist die Erklärung vom Verabschieden der Walfänger doch näher an der Wahrheit – aber wer weiß das schon. Also, nicht erschrecken, falls Sie zum ersten Mal zur Biike anreisen: der Kerl, der da verbrannt wird, ist nur eine Strohpuppe — als Symbol für den Winter.

Hörnum Odde Unterfeuer — Haarbeutelspaziergang

Und falls Sie nach dem feurigen Spektakel Hunger haben — essen Sie einfach mit, was alle an dem Abend essen: Grünkohl mit Kartoffeln, dazu Schweinebacke, Kassler und Kochwurst. Leeecker…